Kinkel + Partner

  • Full Screen
  • Wide Screen
  • Narrow Screen
  • Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size

Süderelbebrücke

Süderelbebrücke Hamburg    (Wettbewerb, 2. Platz)

alt

Das Ingenieurbüro Kinkel und Partner hat gemeinsam mit QuistWintermans-Architekten, Rotterdam, den zweiten Platz beim Realisierungswettbewerb zur Süderelbebrücke Moorburg erreicht.

Die Süderelbebrücke ist eine besondere Brücke. Sie überspannt nicht nur lokal die Süderelbe sondern sie hebt weithin sichtbar einen Teil des regionalen Autobahnverkehrs hoch über die Stadt. Die Brücke entzieht sich dabei mehr oder weniger den Aktivitäten, die auf Bodenniveau stattfinden. Die Brücke, die Vorlandbrücken und die Autobahn werden im Wettbewerbs-Entwurf als architektonische Einheit betrachtet, um dadurch die Länge der Brücke zu betonen.  Die Übergänge zwischen Autobahn, Vorlandbrücke und Brücke gehen so weit wie möglich ineinander über. Um die Durchgängigkeit weiter zu unterstreichen, werden vier Pylone angeordnet, zwei große und zwei kleine, die über einen größeren Abstand für einen allmählichen Übergang von den Vorlandbrücken zum Stromfeld sorgen. Die Konstruktion vermittelt nachvollziehbar und unmittelbar lesbar die Lastabtragung und steht in Übereinstimmung mit dem funktionsbetonten Umfeld. Die architektonische Stärke liegt in der großen Betonung der Brückenlänge mit vier besonderen Pylonen als Extra.

alt

Die expressiv geformten Pylone befinden sich hoch über den Brückenpfeilern. Sie bilden mit dem Brückendeck eine Einheit und prägen das Erscheinungsbild der Brücke. Die Pylone sind über ihre ganze Höhe geteilt und nur bei den Stahlseilen durch einen Querriegel verbunden. Die beiden Pylonhälften bilden eine Art Innenraum, durch den man hindurchsehen kann. Die blaue Gestaltung der Innenflächen verstärkt diesen Effekt. Angestrahlt mit LED-Beleuchtung wirkt die Brücke am Abend und in der Nacht wie eine große Lichtskulptur hoch über der Stadt.

Im Zentrum des Entwurfes steht die Strombrücke mit den beiden 178 m hohen Hauptpylonen und den 115 m hohen Nebenpylonen. Das zentrale Stromfeld von 300 m wird mittels Seilabspannung durch Parallellitzenbündel von einem 3,68 m hohen Stahlverbundüberbau überspannt, die Spannweite der Nebenöffnungen beträgt 216 m. Begrenzt wird die Süderelbebrücke Moorburg durch die 78 m langen Randfelder und die Trennpfeiler als Übergang zu den beidseitig anschließenden Vorlandbrücken. Der Überbau (Brückenträger) besteht aus einer oben liegenden Fahrbahnplatte aus Stahlbeton im Verbund mit einem darunterliegenden mehrzelligen stählernen Hohlkasten. Die Schrägseile sind im Mittelstreifen angeordnet. Die mittig angeordneten Pylone sind mit dem Überbau monolithisch verbunden.
Die tragenden Brückenpfeiler aus Beton sind schlicht und zurückhaltend.
Für alle Stützenachsen der Süderelbebrücke ist eine Tiefgründung mit Großbohrpfählen vorgesehen.

Die lichte Höhe der Hauptöffnung beträgt 53 m über dem mittleren Tidehochwasser, womit das Bauwerk für Seeschiffe auch bei Hochwasser kein Hindernis darstellt. Die Gesamtlänge der Süderelbebrücke Moorburg beträgt 888 m. Die Herstellung des Überbaus erfolgt im Freivorbau. Über einen Bauzeitenplan wurde eine Bauzeit von 45 Monaten ermittelt. Die Herstellkosten (1000 m) betragen 113.819.000,- € Brutto.

 

 

 

 

Orientierung: Projekte > Wettbewerbe > Süderelbebrücke Hamburg