Kinkel + Partner

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Werratalbrücke


2. Platz beim Realisierungswettbewerb zur Werratalbrücke im Zuge der B 62 OU Bad Salzungen

2. Platz beim Wettbewerb WerratalbrueckeDas Ingenieurbüro Kinkel und Partner hat in Arbeitsgemeinschaft mit der Walt-Galmarini AG, Zürich, CH den zweiten Platz beim Realisierungswettbewerb zur Werratalbrücke erreicht. Unterstützt wurde die Arbeitsgemeinschaft von ARCADIS, Darmstadt (Gründungsberatung) sowie LutzBuss Architekten, Zürich (Gestaltung). Der Wettbewerb wurde ausgelobt vom Landesamt für Bau und Verkehr des Freistaates Thüringen.

Ziel des Entwurfs ist eine Werratalbrücke, die sich mit geringsten Eingriffen in die Werra-Auen und ihre Umgebung einfügt und sich sowohl im Bereich des Kies-Sees als auch als gesamtes Bauwerk wirtschaftlich herstellen und unterhalten lässt.

Es wurde eine Trassenführung gewählt, die die Herstellung des Überbaus im Taktschiebeverfahren ermöglicht. Aufgrund der Optik einerseits und der Herstellung des Überbaus durch Taktschieben andererseits wird eine Regelstützweite von 50,4 m gewählt.Ausgenommen hiervon sind die Endfelder. Die Herstellung des Bauwerks erfolgt im Taktschiebeverfahren von zwei Seiten.
2. Platz beim Wettbewerb WerratalbrueckeIm Seebereich werden die Gründung und die Herstellung der Pfeiler von einem verstärkten Vorbauschnabel mit dem Arbeitsgerät (Seilbagger) vom Überbau aus durchgeführt. Die Stahlrohre der Gründung werden mit dem Seilbagger und einer Unterwasserramme in den Untergrund eingebracht. Die kraftschlüssige Verbindung der Pfeiler-Rohre mit den Gründungs-Rohren erfolgt über einem hochfesten Beton oder Mörtel, einer „Grouted-Joint“, ein Verbindungsverfahren aus dem Offshore-Windenergieanlagenbau.

Durch das überwiegend flach und horizontal wirkende Landschaftsbild mit der seitlich mäandernden und von hohen Bäumen gesäumten Werra wird das Bauwerk unspektakulär und wenig auffallend als akzentuiertes Band in die Landschaft integriert und passt sich der ruhigen Landschaftsform an.

Mit einer konstanten Bauwerkshöhe tritt das Bauwerk in der Höhe nicht über die vorgegebene Höhenlage und das Tragwerk nicht über die notwendige Höhe der Irritationsschutzwand hinaus. Die niedrige Brückengestaltung minimiert die Barriere- und Kollisionswirkung und vermeidet die Kollision mit Vögeln und Fledermäusen.

Wettbewerb Werratalbruecke

Bei der Gestaltung des Bauwerks wurde bewusst auf übertriebene konstruktive Gesten verzichtet. Das Bauwerk nimmt sich stark zurück und setzt trotzdem durch seine funktionale Schlichtheit ein individuelles Zeichen.

Das Brückenbauwerk besteht aus einem Überbau mit in Brückenachse gemessen Stützweiten von 40,00 m + 30 x 50,4 m + 33,00 m + 32,00 m = 1.617 m Gesamtlänge. Mit einer Konstruktionshöhe von H= 3,30 m und einer Stützweite von 50,40 m ergibt sich eine solide Schlankheit L/H = 15,3.

Wettbewerb Werratalbruecke

Der Überbau ist ein längs mit zentrischer Primärvorspannung mit Verbund und einer zusätzlichen externen Sekundärvorspannung für den Endzustand vorgespannter „einzelliger Hohlkasten“. Die Querrichtung wird mit Betonstahl schlaff bewehrt.

Der Formgebung der Pfeiler wurde in Abhängigkeit des Platzes für Lagersockel und Pressen konstruiert.
Für größtmögliche Transparenz sind Anstelle einer Pfeilerscheibe zwei Einzelpfeilern in Brückenquerrichtung vorgesehen.

2. Platz beim Wettbewerb Werratalbruecke

Das neue Bauwerk verursacht in den vorhanden Biotopstrukturen und Lebensräumen aufgrund des gewählten Herstellungsverfahrens des Überbaus im Taktschieben nur den kleinstmöglichen Eingriff.

Orientierung: Projekte > Brückenbau > Wettbewerb Werratalbrücke